Presseberichte Zeltlager

 

 


Zeltlager 2000 :

Schney. Trotz der Tatsache, dass "Petrus" keinerlei Einsehen hatte, war das erste Jugendzeltlager der Freien Turnerschaft Schney im idyllischen Weiler Hammer am vergangenen Wochenende für die rund 25 teilnehmenden Kinder und 10 Betreuer ein unvergessliches Erlebnis.

Bereits am Donnerstag hatte Oberturnwart Achim Steiner mit seinen freiwilligen Helfern von der Turnerjugend das Küchenzelt und das Gemeinschaftszelt auf dem von Günter Werner zur Verfügung gestellten Gelände aufgerichtet und das Holz für das allabendliche Lagerfeuer angefahren.

Am Freitag um 15.30 Uhr wurden die Kinder mit ihrem Gepäck und ihren Zelten von den Organisatoren mit zwei Traktoren auf dem Schlossplatz in Schney abgeholt und nach Hammer "überführt". Nach kurzer Zeit waren die etwa 15 Zelte aufgebaut und eingerichtet, und die Teilnehmer wurden in den angrenzenden Wald geführt, um geeignete Grillspieße zu suchen.

Nachdem das Lagerfeuer angezündet war, durften die Kinder ihre "Wienerla" und Bockwürste – die wie auch alle anderen Speisen und Getränke von der Freien Turnerschaft Schney gestiftet wurden – in eigener Regie am Spieß über dem Lagerfeuer grillen. Später gab es noch in der Glut zubereitete Folienkartoffeln mit Kräuterquark, und ein gemütliches Beisammensein am wärmenden Feuer schloss sich an. Diese harmonische Stimmung wurde nach einiger Zeit jedoch etwas gestört, als nämlich die Lagerleitung vor einem "nächtlichen Überfall" gewarnt wurde, woraufhin die Kinder spontan und selbstständig eine Wache organisierten. Deren Hauptaugenmerk konzentrierte sich allerdings so stark auf die Lagerfahne, dass es dreisten Dieben gelang, den Deckel vom großen Kochtopf aus dem Küchenzelt zu entwenden und die Flucht zu ergreifen. Natürlich wurde sofort die Verfolgung aufgenommen, und bereits nach kurzer "Jagd" konnte einer der Übeltäter gestellt werden. Nachdem der Gefangene gegen den Deckel ausgetauscht worden war, und sich die Gemüter wieder beruhigt hatten, waren die Kinder endlich so müde, dass sie sich bereitwillig zur verdienten Nachtruhe in die Zelte begaben.

Diese dauerte jedoch nicht allzu lange, denn gegen 1.30 Uhr begann ein Gewitter, das bald mit zwei gewaltigen Donnerschlägen den Schlaf der meisten Camper jäh beendete und bei einigen der Jugendlichen zu leichter Besorgnis führte. Da war es gut, dass die Organisatoren auf diese Situation vorbereitet waren: sie sorgten für etwas mehr Helligkeit, und es gelang ihnen rasch, die Kinder wieder zu beruhigen.

Das Frühstück am Samstagmorgen – Kakao, Milch, Tee, Nutella, Marmelade, Wurstaufschnitt, Kuchen, Brötchen, Brot – wurde bei Dauerregen im großen Zelt eingenommen, wo sich die Teilnehmer dann auch bei allerlei Spielen die Zeit vertreiben konnten.

Um 12:30 Uhr rief der "Küchenbulle" Dieter zum Mittagessen: Der stattliche Turnbruder hatte für die Turnerjugend ein sagenhaft mildes und zartes Gulasch mit Nudeln zubereitet, das ihm spontan die volle Sympathie aller Anwesenden einbrachte; einige Jungen und Mädchen sprachen dem Essen so gut zu, dass sie beinahe auf den Nachtisch, einen Obstsalat, hätten verzichten müssen.

Glücklicherweise ließ dann endlich der Regen nach, und die Kinder wurden zu einem Bauernhof in der Nähe von Hammer geführt, den sie genau in Augenschein nehmen konnten. Anschließend wurde etwas "Holz gemacht" - ein dürrer Baum wurde gefällt und gemeinsam in Stücke gesägt - und dann war es auch schon Zeit für das Abendessen: Steaks und Bratwürste vom Grill.

Um das Mahl zu verdauen, begaben sich die begeisterten Kinder unter der Führung von Heinrich Rehm auf eine Nachtwanderung mit Schatzsuche, die für alle Teilnehmer erfolgreich endete. Anschließend unterhielt Erik Trölenberg die aufmerksamen Zuhörer mit einer "Gruselgeschichte", und diese Gelegenheit versuchten einige Schneyer Jugendliche zu nutzen, um die Lagerfahne zu "stehlen". Dies gelang ihnen jedoch nicht, und sie wurden verpflichtet, "zur Strafe" an der gemütlichen Runde am Lagerfeuer teilzunehmen und die Nacht im Lager zu verbringen.

Am Sonntagmorgen erfolgte das Wecken um 9.00 Uhr, und nach dem reichlichen Frühstück begannen die Kinder, mit Hilfe ihrer Betreuerinnen und Betreuer die Zelte abzubauen und den Zeltplatz wieder in Ordnung zu bringen.

Pünktlich um 10.45 Uhr erfolgte dann die Rückfahrt mit dem Traktor zum Schlossplatz in Schney, wo die Kinder von ihren Eltern in Empfang genommen wurden.

Beim Abschiednehmen waren sich alle Teilnehmer in einer Sache einig: trotz des "bescheidenen" Wetters wird dieses erste Jugendzeltlager der Freien Turnerschaft Schney sicherlich nicht das letzte gewesen sein.

Freie Turnerschaft Schney

Hans-Heinrich Bergmann