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Heinrich Rehm |
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08.01.1960 |
Nachruf
Die Freie Turnerschaft Schney trauert um ihren guten Freund, Kameraden und Turnbruder Heinrich Rehm, der am Karfreitag infolge eines tragischen Unfalls so plötzlich und unerwartet aus unserer Mitte gerissen wurde.
Heinrich Rehm hinterlässt in seiner Familie, seiner Freien Turnerschaft, seinem Spielmannszug und seinem Freundeskreis eine Lücke, die nur sehr schwer zu schließen sein wird, sofern dies überhaupt möglich ist.
Als Sohn unserer großen Turnervorbilder Kurt und Friedel Rehm wurde Heinrich praktisch in die Freie Turnerschaft Schney hineingeboren, und von frühester Kindheit an hat er sich in unsere Gemeinschaft positiv eingebracht.
Schon frühzeitig interessierte ihn neben der Turnerei auch der Verein als Ganzes, mit all seinen Aktivitäten, Verpflichtungen und insbesondere auch den Liegenschaften. Nach und nach lernte er die Freie Turnerschaft in all ihren Facetten kennen wie kaum ein zweiter, und sein Fleiß und seine Einsatzbereitschaft brachten es mit sich, dass in den letzten Jahrzehnten keine Veranstaltung des Vereins durchgeführt wurde, ohne dass Heinrich Rehm mitwirkte, und zwar an verantwortlicher Stelle.
Hinzu kam sein großes und äußerst
vielseitiges handwerkliches Können, das ihn zu einem unverzichtbaren Helfer, zu
einem „Allrounder“ im wahrsten Sinne des Wortes machte. Er konnte und machte
wirklich alles ... . Er dachte mit, er dachte voraus, er wusste, wo er
gebraucht wurde, und in den allermeisten Fällen war es nicht nötig, ihn um
seine Mithilfe zu bitten: für ihn war vieles selbstverständlich, und niemals
musste man ihn, sei es als Freund, Kamerad
oder als Mitglied der Turnerfamilie,
zweimal um seine Hilfe bitten.
So unschätzbar wertvoll Heinrichs Dienste für den Hauptverein auch waren, so werden sie doch noch durch seine Verdienste um die Abteilung Spielmannszug übertroffen.
Als Knirps trat er in den Spielmannszug ein, der damals noch von seinem Onkel, unserem unvergessenen Andi Tischler, geleitet wurde, und bewährte sich die ersten Jahre als talentierter Trommler. Auch andere Instrumente lernte er spielen, doch seine wahre Berufung wurde von seinem Onkel Andi erkannt, der ihn im Alter von 21 Jahren zu seinem Nachfolger als Stabführer ausbildete, ein Amt, das Heinrich Rehm 25 Jahre lang, länger als jeder seiner Vorgänger, bis zu seinem Tod, in vorbildlicher Art und Weise und mit größtem Erfolg ausübte. Dabei wirkte er auch über die Gemeinde- und Vereinsgrenzen hinweg.
Ermöglicht wurde ihm dies alles durch seinen Charakter: er war stets freundlich, optimistisch und gut gelaunt. Heinrich Rehm hatte die Fähigkeit, Jung und Alt zusammenzuhalten, er stellte stets die gemeinsame Sache vor seine eigenen Interessen, er konnte organisieren, besaß Führungsqualitäten, er arbeitete intensiv an den gesteckten Zielen, bis sie erreicht waren, und er verstand es auch, nach getaner Arbeit im Freundeskreis zu feiern. Wenn es im Zug einmal etwas knisterte und knirschte, schaffte er es meist in kurzer Zeit, für Ausgleich zu sorgen, er war offen für Kritik, sagte aber auch seine Meinung, ohne zu verletzen.
Kurzum, er war ein guter, ein vorbildlicher Kamerad.
Wir mussten Abschied nehmen von Heinrich Rehm, von einem Menschen, der, obwohl sein Leben nur 46 Jahre währte, Spuren hinterlassen hat, deutlich sichtbare, positive Spuren.
Überall.
Als Beispiel aus der letzten Zeit sei nur unser neues Vereinszimmer erwähnt, das er in wesentlichen Punkten mit geplant, geschaffen und gestaltet hat.
Als äußeres Zeichen der Verbundenheit, des Dankes und der Anerkennung hat seine Freie Turnerschaft Schney – und auch sein Spielmannszug – an seinem Grab ein Blumengebinde in den Vereinsfarben niedergelegt.
Seine Turnerfamilie hat ihn unter den Klängen der Festmusik von Richard Wagner, gespielt von seinem Spielmannszug, auf seinem letzten Weg begleitet.
Wir nehmen Abschied von Dir, lieber Heinrich, mit den ergreifenden Worten aus Ludwig Uhlands Gedicht vom Guten Kameraden – der du für uns alle warst:
"Kann dir die Hand nicht geben,
Bleib DU im ew'gen Leben
Mein guter - Kamerad!"
H.H.Bergmann